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Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, und Abwechslung erhält den Reiz an der Sache ...
... und so bildete denn ausnahmsweise keine Kabarett-Vorstellung das Rahmenprogramm zum November-tratsch, sondern kernige Soul-Musik.
Die BLUES BLASTERS
machten ihrem Namen alle Ehre und unterhielten fast 3 Stunden lang durch ihren mitreißenden Live-Act, mit ihren rauchigen Soul-Stimmen, deren Timbre von rockig bis zart reichte und mit einem perfekt abgestimmten Sound. Es machte den fünf anwesenden "seehasen" sichtlich Spaß, der Gruppe zuzuhören und die mitreißende Stimmung dieses Auftritts zu erleben, wenn auch die Kommunikation- bedingt durch den lauten und langen Auftritt - eher in den Hintergrund trat.
Zeit, dies nachzuholen, bot sich dafür gleich anschließend im NACHTCAFE.
Hier stießen sogar noch weitere zwei Mädels für kurze Zeit zu uns, die den Abend - ohne Musik - bei einem guten Abendessen im Wirtshaus verbracht hatten. Und das wieder einmal dauerte der tratsch bis tief in die Nacht hinein an ...
Kein tratsch ist wie der andere - so gut besucht bis leicht rummelig unser Treffen im September war, so klein war der Kreis ein paar Wochen darauf. Was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat ...
Im Gegenteil:
In der kleinen Runde war's auch mal möglich, sich etwas intensiver auszutauschen - und um gut gelaunt zu sein, braucht's keine 16 Leute; es reichen auch schon drei.
Dazu trug schon DAS PROGRAMM DES ABENDS bei:
Rainald Grebe unterhielt uns - wie wir's vom Gehrenberg ja mittlerweile gewohnt sind - mit Cabaret im besten Sinne: Mal leicht und heiter, mal ironisch und hintersinnig, mal scharfzüngig bis gesellschaftskritisch. Und auch wenn mal der eine oder andere Gag mal ins allzu Seichte abglitt - gleich darauf wurde das Publikum wieder entschädigt, etwa durch Grebe's heiter-melancholische Lieder, deren Texte sich in ihrer eigenen, hintersinnigen Logik bewegten und in denen wir uns doch allzu oft selbst wiederfinden konnten:
Lasst die Kerne in den Oliven,
's gibt keine Alternativen,
Bleibt Rechtshänder und Hetero,
's ist besser so ...
Kein Wunder, dass die Vorstellung wie im Fluge verging.
Die besondere Stimmung des Abends wurde nochmals deutlich, als der Kabaretist, lange nach Beeindigung seines Programms und bereits in seinen Alltags-Klamotten, noch einmal auf die Bühne kam, um dem verbliebenen Publikum eine kleine Zugabe darzubieten.
Während des anschließenden "Umzugs" ins Wirtshaus gesellte sich noch eine vierte Freundin zu uns - und gut gelaunt setzte sich der Abend fort.
Drüben tobte bereits DAS NACHTCAFE, mit Musik und Tanz. Hier zeigte sich der Vorteil einer kleinen Gruppe: Wie nie zuvor verlor das restliche Publikum die Scheu vor "dem Andersartigen", suchte den Kontakt zu unserer Runde, bat uns zum Tanz, fragte und bekam Antworten oder äußerte einfach nur Anerkennung ...
... tja - der seehasentratsch scheint Teil des Markdorfer Kulturlebens geworden zu sein.
Um es vorweg zu nehmen:
Es war der perfekte Abend. Perfekt die Gäste, perfekt das Programm, und das Ambiente im Theaterstadel passt ja sowieso.
DIE SEEHASEN ...
Nicht weniger als zwölf Mädels hatten sich im Vorfeld angemeldet; schließlich waren's sogar 13, die sich an den kleinen Tischen im ausverkauften Theaterstadel drängten und der Cabaret-Vorstellung entgegenfieberten - schon an sich ein kleiner Besucherrekord (der später sogar noch getoppt werden sollte). Besonders bemerkenswert war der Umkreis, aus dem die Gäste gekommen waren; von nah (endlich auch einmal mit zwei, wenn auch "frischgebackenen" Markdorferinnen) über fern (Lüneburger Heide) bis international (waren doch gleich zwei Österreicherinnen gekommen) war alles vertreten.
Die Stimmung war entsprechend: Gelöst und erwartungsvoll, heiter und gleichzeitig voller Spannung auf Robert Kreis und sein Cabaret-Programm.
... DAS PROGRAMM ...
Und das hielt, was der Titel versprochen hatte:
Souverän, in Stimme und Artikulation perfekt präsentierte Robert Kreis klassisches Cabaret alter Schule - mit Liedern, Gedichten, Couplets sowie allerlei Kuriosem aus den zwanziger Jahren. Manchens wirkte aus heutiger Sicht fast schon anheimelnd altmodisch, anderes war auch heute noch von uneingeschränkter Aktualität.
Fast hätte man meinen können, er habe sein Programm extra für uns umgestrickt - etwa als er ein Kästner-Gedicht über einen frühen "Transvestiten-Stammtisch (sozusagen einen Vor-Vorläufer des seehasenratsches) vortrug, oder ein Lied mit dem schönen Titel "Heirate niemals einen Transvestit" ... Doch doch, wir kamen auf unsere Kosten, und das übrige Pubikum sicherlich auch.
... UND WAS WEITER GESCHAH
Prickelnd wie ein Glas Champagner ging die Vorstellung vorüber - und wir ins benachbarte Wirtshaus, wo uns nicht nur ein (glücklicherweise ausreichend
dimensionierter) Tisch im Obergeschoss sowie ein überaus gut besuchtes "Nachtcafe" mit guter Musik und gut gefüllter Tanzfläche erwartete, sondern sogar noch eine kleine Überraschung: Drei weitere Mädels hatten sich im Wirtshaus verabredet und stießen zu uns.
Mit angeregten Gesprächen, Tanz und Fotografieren verging der restliche Abend wie im Fluge - und eigentlich war die Zeit mal wieder viel zu kurz ...
So wurde dieser neunte "tratsch" zu einem ganz besonderen - auch für uns Veranstalter, die den schönen Abend sicherlich als Motivation ansehen, noch viele weitere Treffen dieser Art folgen zu lassen.
Der seehas macht keine Ferien ...
... und auch unser "Sommerferientratsch" wurde wieder eine runde Sache, auch wenn das Wetter eher etwas kühl war und die wenigen Gäste, die draussen ausharrten, gefroren haben. Drinnen war es gemütlich warm und wir hatten eine große Tafel in dem Wintergarten zusammen stellen lassen für uns.
Wir hatten wieder eine für unseren kleinen Tratsch große Gruppe von 11 Personen, darunter auch erstmals zwei Gäste aus den befreundeten Schweizer Regionen. Nicht nur geografisch waren wir ziemlich aufgeteilt, auch was den Stern in Trans* betrifft waren wir eine diversifizierte Gruppe wie sonst auch. Dabei waren Transsexuelle in verschiedenen Phasen, Gelegenheits-Transvestiten und andere, die öfter ausgehen, stille, eher unauffällige und andere schon fast provokativ wirkende Transen. Auch eine Lebenspartnerin ist gekommen. Allen gemeinsam ist der Bezug zu "Trans" und wir sind gerne zusammen, trotz der Differenzen in unseren individuellen Lebensentwürfen. So gab es gab viel zu erzählen, wenn 11 solche Girls zum Seehasentratsch zusammen kommen, die sich zumeist einen Monat nicht gesehen haben. Geschnatter hier und Geschnatter da. Man konnte wirklich nicht alles mitbekommen.
Die Küche hat auch super für uns gekocht: Fleisch, Fisch, vegetarisches und Salate in Variationen. Man kennt uns in dem Wirtshaus mittlerweile und versteht es, uns mit Service und Gaumenfreuden zu verwöhnen. Ab September gibt es auch wieder das Kabarett-und Bühnenprogramm, so dass auch geistige Happen dazu kommen werden, worauf wir uns schon freuen. Auch das Publikum kennt uns anscheinend. Sicher, wir werden immer noch von manchen aufmerksam beobachtet, aber ich denke in der Tendenz eher so wie wenn eine Gruppe von Indianern in Stammestrach
ten und mit Federn im Haarschopf auftauchen würde. Also nicht kritisch oder gar abschätzig, sondern interessiert. Beim Schreiben jetzt fällt mir auf, dass wir relativ wenig mit den anderen Gästen in direkten Kontakt gekommen sind. Vielleicht sollten wir uns für die nächsten Male etwas mehr in der Richtung vornehmen. Immer wenn ich mal jemanden angesprochen hatte, gab es jedenfalls nur positive Rückmeldungen. Warum nicht ein bisschen mehr in Eigenwerbung tun?
Die beiden Schweizer Gäste, Maxi und Angela, waren an dem Tag in Zürich vorher bei der Streetparade gewesen und hatten viel fotografiert. Die Bilder und andere aus Zürichs Trans-Szene wurden ausgiebig goutiert. So gegen 22:30h begann in Konstanz das Seenachtsfest und obwohl mehr als 20 km entfernt konnte man das Feuerwerk vom Gehrenberg aus gut sehen. Spät in der Nacht machte sich noch eine kleine Untergruppe auf den Weg nach Meersburg, um da eine Disco und ein Nachtcafe zu erkunden, wohin ich leider nicht mehr mitgehen konnte.
(Bericht von Liliane)
War es Glück oder Pech, dass der diesjährige Konstanzer CSD ausgerechnet auf den turnusmäßigen Termin unseres kleinen Juli-tratschabends fiel ?
Wie auch immer, wir hatten uns weder zu einer Verlegung des CSD noch zu einer Gegenveranstaltung entschlossen, sondern schließlich dazu, einfach mitzumachen - uns unters Volk zu mischen und nach Kräften mitzufeiern bei dieser Riesenparty, die ja auch ein kleines Stückweit die unsere war ...Und so hieß es im Juli (ausnahmsweise):S E E H A S E N T R A T S C H . M E E T S . C S DManche von uns waren bereits den ganzen Tag auf den Beinen und im Rahmen des CSD präsent - sie und die anderen trafen sich abends im Schmitt's, einem bekannten Konstanzer "Szene-Lokal".
Hatten wir erwartet, dass der CSD bis hierher, in der weit von Marktplatz und Hafen entfernten Hieronymusgasse spürbar sein werde, so hatten wir uns getäuscht:
Im Schmitt's ging es eher ruhig zu - für die Teilnehmerinnen der Tagesveranstaltungen wohl aber eher kein Mangel, sondern die willkommene Gelegenheit, in Ruhe einen Happen zu essen, etwas zu plaudern und - vor allem anderen - sich ein wenig von zu erholen ...
Am Schluss gab's natürlich doch noch einmal einen Bummel zum Hafen und auf das CSD-Tanzschiff, dessen zu Tanzsälen umfunktionierten Innenräume allerdings so verraucht waren, dass wir uns alsbald auf dem Außendeck wiederfanden. Die Sommernacht war schön und warm, die Wellen plätscherten gegen den Schiffsrumpf, die Stimmung auf dem Deck angenehm und gelassen; und die Tatsache, dass wir Lilo Wandes nun doch nicht noch einmal sprechen konnten wurde mehr als wettgemacht durch ein paar weitere Mädels, die wir auf dem Schiff kennenlernen konnten.
Und für einige von uns ... fand die Nacht dann noch einen völlig überraschenden Ausklang.
Der Frankfurter oder Berliner CSD war's nicht, alles in allem - nicht von der Menge der Teilnehmer(innen) und Schaulustigen her, und sicher auch nicht in Bezug auf die aufgeheizte Stimmung solcher Großveranstaltungen. Es war eben Konstanz, so wie wir es kennen (und mögen): Vielleicht ein wenig bieder und provinziell, dafür aber mit der gewohnten Gelassenheit und dem typischen mediterranen Flair des Bodensees ...
Insgesamt 11 Seehasen waren's, die sich im Juni zusammenfanden, darunter weitgereiste Gäste von Süd (Tirol) bis hinauf in den hohen Norden Baden-Württembergs. So langsam wird unsere kleine Runde international, wenn auch unser angekündigter Schweizer Besuch den Weg an den Bodensee dann doch nicht fand ...
Der Stimmung tat das ebensowenig Abbruch wie das unbeständige Wetter, das den versprochenen Hock im Biergarten vereitelte - angesichts so vieler Besucher wurde es auch ohne Cabaret laut, lustig und lang: erst als die Stühle auf die Tische gestellt wurden, löste sich unsere kleine Runde so langsam auf; und selbst da war noch nicht für alle Schluss ...
Mehr zum seehasentratsch findet Ihr in >>> MICHAELA'S BLOG .
Fast unnötig zu erwähnen, dass alles ruhig und harmonisch ablief - Markdorf scheint sich an unseren kleinen tratsch gewöhnt zu haben ...
Der Mai-Tratsch war wieder mal genial ...
Auch wenn's, nach zahlreichen Zu- und Absagen im Vorfeld der Veranstaltung und bis letzten Moment, ziemlich spannend war, wer denn nun tatsächlich auftauchen würde beim tratsch - es hat alles gepasst an diesem Abend:
Stimmung, Leute, Programm waren einfach perfekt ...
DAS KABARETT
Selbstverständlich trug der 'Act' des Abends, Helmut Schleich das seine zur gelungenen Veranstaltung bei - und ganz sicher zählt dieser Künster zur ersten Sahne unter den deutschen Kabarettisten, hat er seine vielen Auszeichnungen mehr als verdient.
Man kann's fast nicht beschreiben, wie er von einer Sekunde auf die andere die Gesichter wechselte, von einer Rolle in die andere schlüpfte - eine verschrobener und skurriler als die andere, und doch allesamt Typen, die einem irgendwie bekannt vorkamen.
Und wenn Schleich sein Doppelkinn aufplusterte, um eine Franz-Josef Strauß- oder Ottfried Fischer-Parodie zum besten zu geben - da gab's kein Halten mehr, und das Publikum bog sich vor Lachen ...
DER THEATERSTADEL
Unnötig zu erwähnen, dass wir im Theaterstadel immer wieder gerne gesehene und zuvorkommend behandelte Gäste sind; und auch das übrige Publikum hat sich inzwischen an unseren Anblick gewöhnt. Der seehasentratsch scheint zur gesellschaftlichen Normalität geworden zu sein - nicht nur ein schöner Gedanke, sondern der eigentliche Sinn der Sache!
Doch was wäre solch ein Abend ohne
DIE SEEHASEN
Sechs Mädels waren's schließlich, die dem Ruf des Seehasen folge leisteten - sicher keine überwältigend große Zahl, dafür aber eine tolle, ausgeglichene Runde, bei der niemand abseits saß und aus der sich gute Gespräche und ein reger Gedankenaustausch entwickelten. Viel zu rege für den kurzen Abend ...
... und so zogen wir denn, mitten in der Nacht, nochmals los, um die Lokalitäten der Sternengucker und Nachtschwärmer aufzuspüren und zu bevölkern - und um schließlich das erste Tageslicht zu begrüßen.
Doch das ist eine andere Geschichte ...